Mythos Fett – zu Unrecht verteufelt?

Fett ist böse! Es ist ungesund und macht dick!
Genauso ist es (leider noch) in den Köpfen vieler Menschen verankert. Nur lässt sich unsere Welt nicht in schwarz und weiß unterteilen, genauso wenig in Gut und Böse. So funktioniert es auch in der Ernährung.
Warum Fette für uns so wichtig sind, und mit welchen Sie Ihre strikte Feindschaft beendet sollten lesen Sie hier.

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Fette gehören neben Eiweiß und Kohlenhydraten zu den Markonährstoffen. Das bedeutet, dass Sie uns lebenswichtige Energie liefern und wir gezwungenermaßen auf sie angewiesen sind.
Zu den Fetten, die für eine gesunde Ernährung relevant sind gehören gesättigte, und ungesättigte Fettsäuren, Omega-3- und Omega-6- Fettsäuren.

Allen gemeinsam ist ihre verhältnismäßig hohe Energiedichte von 9,3 kcal/g. So liefert ein Gramm Fett die doppelte Energie von einem Gramm Zucker. Fette sind nicht wasserlöslich und ermöglichen Lebewesen dadurch auf kleinem Raum möglichst viel Energie für Notzeiten zu speichern. Um Zucker zu speichern (in Form von Glykogen in der Leber und im Muskel) braucht der Körper zusätzlich Wasser. Das führt zu dazu, dass mehr Platz benötigt wird. Fett ist also die ideale platzsparende Speicherform für jede Menge Energie.
Zusätzlich brauchen wir Fett um die wichtigen Vitamine A, D, E und K aufzunehmen, da diese nur mit Fett für uns löslich sind. Außerdem benötigt jede einzelne Zelle unseres Körpers Fett um ihre Membran elastisch zu halten. Fett polstert auch alle unsere inneren Organe und schützt uns vor großem Wärmeverlust.

Fett ist also ein Alleskönner auf den wir nicht verzichten können.


Welche Fette sind für unsere Ernährung denn nun relevant?

 

Gesättigte Fettsäuren:

Sie bestehen aus einer Kette von Kohlenstoffatomen, die über Einfachbindungen miteinander verknüpft sind. Sie werden von uns vor allem über die Nahrung aufgenommen. Lieferanten für gesättigte Fettsäuren sind sowohl tierische (Fleisch- und Wurstwaren, Butter, Milch) als auch pflanzliche Lebensmittel (Kokosfett, Palmfett).

Gut oder böse?

Lange Zeit wurden gesättigte Fettsäuren, wie zum Beispiel die Butter am Brot, für schlechte Blutfettwerte und einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen in Verbindung gebracht.
Eine neuere Studie hingegen zeigt, dass der Verzehr von gesättigten Fettsäuren keinen Einfluss auf das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen hat.

http://ajcn.nutrition.org/content/91/3/535.abstract

Und nun?

Genießen Sie Ihre Butter am Brot und ersetzten Sie sie nicht durch minderwertige gehärtet pflanzliche Fette.  Zusätzlich erfreut sich gerade das Kokosöl steigender Beliebtheit. Seine mittelkettigen Fettsäuren machen es leicht verdaulich und damit zu einem guten Lieferanten für viel Energie. Außerdem hält es großer Hitze stand und ist damit zum Kochen bestens geeignet.

Ungesättigte Fettsäuren:

Sie bestehen, wie die gesättigten Fettsäuren aus einer Kette von Kohlenstoffatomen, enthalten aber eine oder mehrere Doppelbindungen. Ungesättigte Fettsäuren werden über die Nahrung aufgenommen, können aber teilweise vom Körper selbst gebildet werden. Man findet sie hauptsächlich in hochwertigen Pflanzenölen, Nüssen und Samen.

Manche der ungesättigten Fettsäuren werden in Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unterteilt, abhängig davon, wo in Ihrer Struktur die Doppelbindung sitzt. Diese Fettsäuren können vom Körper nicht selbst gebildet werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Enthalten sind sie in verschiedenen pflanzlichen Ölen (Leinöl, Rapsöl…), fettigen Fischen (Lachs, Hering…), Fleisch, Butter und Eigelb.

Gut oder böse?

Eindeutig gut! Vor allem mit kalt gepressten pflanzlichen Ölen von hoher Qualität tuen Sie Ihrem Körper etwas Gutes. Das richtige Fett in Maßen genossen, ist gesund, macht satt, zufrieden und auf lange Sicht gesehen sogar schlank. Passen Sie nur auf, dass Sie ungesunde Fette durch gesunde Alternativen ersetzen und diese nicht zusätzlich verspeisen. Auch gesunde Fette enthalten große Mengen an Energie.

 

Transfette:

Erhitze gehärtete pflanzliche Fette – oder auch Transfette- entstehen bei der starken industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln. Transfette haben den großen Vorteil, dass Sie bei Raumtemperatur fest sind und somit gerade für die Herstellung von Lebensmitteln eine große Bedeutung haben. Sie verderben auch ohne Kühlung nicht und steigern dadurch die Haltbarkeit der Produkte.

Gut oder böse?

Eindeutig böse! Sie stehen in Verdacht Erkrankung im Herz-Kreislauf- System auszulösen.

Und nun?

Am besten entkommt man ihnen, wenn man versucht auf stark verarbeitete Produkte, wie Backwaren und frittierte Speisen zu verzichten. Sehr seltene kleine Ausrutscher sind aber kein Grund zur Panik. Diese kleinen Sünden verzeiht der Körper. Wichtig ist der Alltag und nicht der gelegentliche Verzehr dieser Produkte.

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Fett und MetaCheck

Wie bereits bekannt ist Fett für alle Menschen, demnach auch für alle vier MetaTypen lebensnotwendig. Doch speziell für die MetaTypen Beta und Delta ist die Auswahl der richtigen Fette sehr wichtig, da diese beiden Typen zum Abnehmen 30 % ihres Tagesbedarfs durch Fett decken sollen. Empfehlenswert sind hier vollfette Milchprodukte, Käse, Eier, fetthaltige Fische und pflanzliche Fette. Gerichte wie etwa ein frischer Tomatensalat mit Avocado oder Lachsfilet mit grünem Gemüse eigenen sich hervorragend für diese MetaTypen.

Nina Hoppe