Warum nehme ich nicht ab?

Wie viel Essen ist genug? Wie viel ist zu viel? Und wann ist es vielleicht sogar zu wenig?

Um diese Fragen beantworten zu können müssen wir uns zuallererst mit dem Energiebedarf des menschlichen Körpers auseinandersetzten.

Dieser ist stark individuell und immer abhängig von mehreren Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergröße- und Gewicht, Aktivitätslevel usw. Generell setzt sich der Kalorienbedarf des Körpers aus zwei Teilen zusammen: dem Grundumsatz und dem Leistungsumsatz.

Der Grundumsatz ist definiert als jene Energie, die wir in absoluter Ruhe (liegend) benötigen um alle Funktionen unseres Körpers aufrecht zu erhalten. Angegeben wird er immer für einen Zeitraum von 24 Stunden.

Der Leistungsumsatz ist jene Energie, die der Körper zusätzlich zum Grundumsatz benötigt um alltägliche Bewegungen auszuführen. Je höher die Aktivität der Person desto höher ist auch der Leistungsumsatz.

Grundumsatz und Leistungsumsatz zusammen ergeben den täglichen Bedarf an Energie. Natürlich hat in diesem Fall jemand, der hauptsächlich sitzt einen geringeren Bedarf als Menschen mit sehr anstrengenden Tätigkeiten.

Wie viele Kalorien sind denn nun gut für mich?

Möchte man sein Gewicht halten, muss man also genauso viel Energie zuführen, wie man verbraucht. Klingt simpel- ist es auch. Unsere Körper ist ein sehr strenger Rechenmeister und zieht genau Bilanz über Einnahmen (Essen) und Ausgaben (Bewegung). Überwiegen nun die Einnahmen freut er sich und beginnt die überschüssige Energie munter zu speichern. Hier stellt uns das Erbe der Steinzeitmenschen nach wie vor ein Bein, denn dem Körper ist nicht bewusst, dass Nahrung heute überall leicht verfügbar ist. Wir sind immer noch darauf programmiert alles für schlechte Zeiten zu speichern- und davon gab es früher viele!
Isst man nun weniger Energie als man benötigt verliert man Gewicht. Aber Achtung! Der erste Gewichtsverlust, der auf der Waage sichtbar ist, ist meist nur ein Verlust von Wasser. Danach verbrennt der Körper den in Leber und Muskulatur gespeicherten Zucker. Erst danach geht es sowohl den Fettreserven als auch der Muskulatur an den Kragen. Hier liegt nun leider der sprichwörtliche Hund begraben. Spart man Kalorien ein verbrennt der Körper leider auch Muskulatur zur Energiegewinnung. Doch gerade Muskeln brauchen auch in Ruhe relativ viel Energie zu Erhaltung. Verliert man nun einen Teil der Muskulatur sinkt der Energiebedarf des Körpers. Isst man nach der Diät wieder normal nimmt man zu, da der Körper durch den Verlust der Muskulatur nun weniger Energie benötigt als zuvor. Ein Teufelskreis aus Frustration und immer wahnwitzigeren Diäten entsteht- doch wie entkommt man der Spirale?

Die einzige langfristig durchführbare Option ist (auch wenn es viele nicht akzeptieren wollen) die Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten. Weniger Nahrung in Verbindung mit einem Training zur Vorbeugung eines Verlusts von Muskelmasse ist der goldene Weg, den es zu beschreiten gilt.  Generell ist von zu extremen Hungerkuren dringend abzuraten- sie schaden mehr als sie nützen. Als sinnvoll hat sich ein Defizit von ca. 500 Kalorien pro Tag herausgestellt. In Verbindung mit genügend Bewegung kann man so in einem Monat 2-3 kg verlieren.  Klingt nicht nach viel- ist aber langfristig, nachhaltig und gesund.

Abnehmen funktioniert nicht über Nacht- man nimmt ja auch nicht über Nacht 10 kg zu.
Trauen Sie keiner Diät, die Ihnen einen Verlust von 5 kg in einer Woche verspricht. Das ist schon rein mathematisch unmöglich! Setzen Sie lieber auf einen gesunden Plan, der zwar mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, dafür aber auf Dauer funktioniert!

Nina Hoppe